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Sie befinden sich hier: Adoption/Tipps und Hinweise


Entwicklung der Kinder in den Adoptivfamilien

Alle Bewerber müssen sich mit ihrer Bewerbung bereit erklären und verpflichten über die Eingewöhnung und Entwicklung ihres Kindes in regelmäßigen Abständen, über mehrere Jahre, wahrheitsgemäß Bericht zu erstatten. Die Entwicklungsberichte, die wir immer mit großem Interesse lesen, enthalten wichtige Informationen für uns und sind gegenüber den ausländischen Behörden der Nachweis, dass es den Kindern im fremden Land gut geht. Diese Nachweise gewinnen immer mehr an Bedeutung und Wichtigkeit in der Zusammenarbeit mit den ausländischen Behörden. Am brisantesten bleibt, bedingt durch tragische Vorfälle in den USA, die Situation in der Russischen Föderation und in Kasachstan.

Wir freuen uns mit den Adoptiveltern, dass sich die Adoptivkinder überraschend gut und schnell in den neuen Familien integrieren konnten und die Entwicklung durchweg positiv verläuft. Schön ist es auch, dass die Kinder von der Gesellschaft anerkannt werden. In der letzten Zeit kam es leider immer wieder dazu, dass Entwicklungsberichte zu spät bei uns eintrafen und somit nicht rechtzeitig bei den zuständigen Behörden im Ausland vorgelegt werden konnten. Dies führte in einigen Fällen dazu, dass Wartende unter der Situation leiden mussten. Wir bitten Sie inständig um Ihr Verständnis und danken, auch im Namen aller Wartenden, für die fristgerechte Zusendung Ihrer Entwicklungsberichte.
 

Wartezeit

Ein Kind zu bekommen heißt, auf es zu warten. Das sollte eine harmonische Zeit gemeinsamer Vorfreude sein. Regelmäßig ist man am Ende froh, wenn es endlich soweit ist. In seltenen Fällen wird die Wartezeit auch zur emotionalen Belastungsprobe. Das ist bei einer Schwangerschaft nicht anders als im Adoptionsverfahren. Nur dass man beim Adoptionsverfahren vorher nie genau weiß, wie viele Monate es dauert. Die Wartezeit ist hier ganz individuell unterschiedlich und die Paare sehen und fühlen nicht, dass sich da etwas tut, sie fühlen sich den Adoptionsvermittlungsstellen, Jugendämtern und erst recht den ausländischen Stellen hilflos ausgeliefert.
 
Es gibt die Optimisten, die geduldig warten, wohlwollend zuhören und den Weg bereits als Teil des Ziels sehen. Sie setzen sich intensiv mit der Kultur und den Menschen aus dem ihr zukünftiges Kind kommt auseinander und nehmen an Sprach- und Kochkursen teil. Einige lernen durch Reisen das Herkunftsland ihres zukünftigen Kindes genauer kennen. Wieder andere führen ihr Leben in gewohnter Weise fort und genießen die letzte Zeit der Zweisamkeit. Fast alle nehmen regelmäßig  an den jährlichen Eltern-Kind-Treffen (Tag des Kindes) teil und an der Freude derer, die ein Kind aufnehmen konnten und deren Leben sich grundlegend verändert hat und bereiten sich auf diese Weise auf das zukünftige Familienleben vor.
 
Leider gibt es aber auch die Ungeduldigen, die nicht daran glauben, dass sich das Warten lohnt. In ihnen nagt der Zweifel, dass wirklich ein Kind auf sie wartet und sie gebraucht werden. Sie meinen, erkennen zu können, warum andere ihnen vorgezogen werden. Sie sind am Ende einer zermürbend empfundenen Wartezeit erschöpft und haben ein leeres Herz. Die Enttäuschung, Bitternis und Hoffnungslosigkeit hat sie so verschlossen, dass Freude und Glück keinen Zutritt mehr haben. In diesem Zustand ein Kind bedingungslos annehmen zu können, ist nicht möglich. Kein Kind hat es verdient so empfangen zu werden. Die Not der wartenden Kinder lässt sich mit der Not der enttäuscht Wartenden nicht vergleichen. Bitte passen Sie auf sich auf und holen Sie sich Rat oder Hilfe, wenn Sie merken, dass Sie alleine nicht mehr damit  zurechtkommen.
 
Wir erleben auch Wartende, die aggressiv vorgehen. Die Beschwerden schreiben, in Foren gegen die Vermittlungsstelle polemisieren, Rechtsanwälte bemühen um vermeintliche Rechte einklagen zu können. Das ist selten, in diesen Fällen sehen die Sozialarbeiter dann aber Paare, die bereit sind, sich über geltendes Recht hinwegzusetzen oder die gar ihre Beziehung und Gesundheit aufs Spiel setzen. Sollte es zu solchen Krisen kommen, die die Beteiligten nicht auflösen können, müssten die Fachkräfte pflichtgemäß erwägen, ob sie das Verfahren aussetzen, um nicht einen Fehlstart für ein Kind zu verantworten.

Adoptionsberatung benötigt Vertrauen und Diskretion. Das Gelingen einer Adoption hängt von der, in einem vertrauensvollen und geschützten Rahmen stattfindender, Adoptionsberatung ab. Diskretion ist hierbei das oberste Gebot. Werden Teile der Beratungsgespräche im Internet oder anderweitig öffentlich diskutiert und kritisiert, wird das Vertrauen zerstört. Der Verein kann sich, wenn er überhaupt von den Vorgängen erfährt, gegen Behauptungen nicht wehren, da er gesetzlich an die Schweigepflicht gebunden ist. Es ist ihm aufgrund dessen nicht möglich selber in die Offensive zu gehen und Verzerrungen klarzustellen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir den Vermittlungsprozess abbrechen müssen, wenn das Vertrauensverhältnis auf diese Weise gestört wird.
          
Wir können die Vorgänge nicht beschleunigen und die Wartezeit nicht beeinflussen, aber wir können Sie unterstützen und ermutigen, zu vertrauen und unsere Angebote während der Wartezeit wahrzunehmen. Die täglich bei uns eingehenden E-Mails und Telefonate mit der Frage nach dem Stand der Dinge und der Erwartungshaltung, dass der Verein Einfluss auf die beteiligten Stellen nimmt führen dazu, dass über ein Drittel unserer Arbeitszeit dazu verwendet wird, zu ermutigen, um Vertrauen zu bitten, zu vertrösten, Versprechen abzugeben, dass wir uns sofort (auch außerhalb der Geschäftszeiten) mit Ihnen in Verbindung setzen werden, sobald Neuigkeiten betreffend Ihrem Verfahren bei uns eingehen sowie wüste Beschimpfungen entgegenzunehmen. Das birgt die Gefahr, dass sich Verfahren verzögern, da Vorgänge nicht zügig und mit der nötigen Ruhe bearbeitet werden können, weil die Fachkräfte sich durch hoffnungslos überfüllte Eingangsfächer im E-Mailprogramm mit ungeduldigen Anfragen zu kämpfen haben.
 
Der Vorstand von ZfK bittet alle Bewerber höflichst und eindringlich, auch während der notwendigen Wartezeit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit der nötigen Geduld zu begegnen. Bitte verstehen Sie, dass die Fachkräfte im Arbeitsalltag die Priorität haben, zunächst denen zu helfen, die im Ausland die entscheidende Phase des Adoptionsverfahrens durchlaufen. Auch wenn eine Adoption eine hochsensible und emotionale Angelegenheit ist, sollte kein Beteiligter in seiner Ungeduld Worte wählen, die er später in besonneneren Lebensabschnitten am liebsten selbst nicht mehr als eigene Äußerungen anerkennen würde. Auch jene E-Mails, deren Formulierungen man vielleicht eher bei einer Ebay-Beschwerde, wo denn die längst bezahlte Ware bleibt, vermuten würde, erscheinen uns unpassend. Eine gute Regel scheint uns zu sein so zu formulieren, dass man es nach Jahren, wenn das adoptierte Kind alt genug ist und über den Adoptionsprozess mit Ihnen spricht, ihm die Korrespondenz zu lesen geben kann und es in ihr zwar ungeduldige aber optimistisch sich auf ein Kind freuende Eltern sehen kann.
 

Internetforum, Blogs und Website für Adoptionsbewerber

Das Internet ist für Adoptionsbewerber eine wichtige Informationsquelle. Hier können sie sich über Länder informieren, in denen später das Adoptionsverfahren durchgeführt werden soll. Hier können sie Erfahrungen anderer Adoptionsbewerber in Foren und Blogs nachlesen. Und trotzdem ist das Internet manchmal mehr Fluch als Segen.
 

Foren und Blogs sind emotional und nicht repräsentativ

Adoptionsverfahren sind für alle Beteiligten eine emotional sehr belastende Situation. Einige verschließen sich und äußern sich gar nicht. Andere kehren ihr Innerstes nach außen. Die so recherchierbaren Beiträge sind bewusst emotional und alles andere als repräsentativ.

Ohnehin melden sich vorwiegend diejenigen zu Wort, bei denen irgendetwas nicht geklappt hat. Dass auch in Adoptionsverfahren etwas schief gehen kann ist bei aller Sorgfalt nicht zu vermeiden. Dass gerade dann die Emotionen hochschlagen, ist die Erfahrung jedes Sozialarbeiters. Was dann in Foren und Blogs geschrieben wird, ist alles andere als eine nüchterne Abwägung von Fakten. Alle Adoptionsvermittlungsstellen werden gelegentlich in solchen Internetbeiträgen gebeutelt, auch uns trifft es hin und wieder. Für die angegriffenen Vereine und deren Mitarbeiter ist die Situation misslich. Auch wenn wir eine eigene Sicht der Dinge haben, können wir uns nicht in gleicher Weise äußern: Es steht jedem Bewerberpaar frei, sich weltweit im Internet zu privaten und intimen Dingen zu äußern. Nur wir dürfen vor dem Hintergrund unserer Verschwiegenheitsverpflichtung nicht auf diesem Niveau antworten.

Oft bestehen gerade emotional geschriebene Beiträge im Internet nur aus Meinungsäußerung und fast gar nicht aus der Beschreibung von harten Fakten. Meinungsäußerungen, auch wenn sie sehr kritisch sind, hat jeder hinzunehmen. Gegen falsche Fakten kann man vorgehen. Wir haben hierauf in der Vergangenheit verzichtet. In einem Artikel von beispielsweise zwei Seiten könnte man ohnehin nur gegen die zwei, drei Zeilen mit Tatsachenangaben etwas machen, die gesamte Tatsachen-freie Meinungsäußerung ist durch Artikel 5 des Grundgesetztes geschützt. Solche Auseinandersetzungen führen zu nichts, vor allem nicht zur Versachlichung einer Information.

 
Bewertung von Informationen im Fachgespräch

Das Internet als Informationsquelle ist vorsichtig zu nutzen. Weder staatliche Rachefeldzüge noch emotionale Feldzüge helfen als Basis für eine persönliche Information weiter. Wir setzen auf die Bewertung der öffentlich verfügbaren Informationen in unseren Seminaren und im persönlichen Gespräch mit unseren Fachkräften.
 
Wir möchten adoptieren